Las Vegas Immobilien – spannender könnte es kaum sein

Für Immobilieninteressierte ist Las Vegas schon immer ein Mekka – schließlich gibt es mit dem Cosmopolitian Las Vegas (Baukosten: 3,9 Milliarden Dollar), dem Wynn (Baukosten 2,7 Milliarden Dollar) oder auch dem MGM Grand (2,5 Milliarden Dollar) diverse Hotels, die zu den teuersten Objekten der Welt gehören. Zum Vergleich: Das häufig als luxuriösestes Hotel der Welt gehandelte Burj Al Arab in Dubai hat mit seinen 202 Suiten gerade einmal läppische 1,5 Milliarden gekostet.

Sheas auf der The LINQ Las Vegas Amüsiermeile Foto von Denise Truscello

Sheas auf der The LINQ Las Vegas Amüsiermeile
Foto von Denise Truscello

Gleichzeitig befinden sich unter den zehn größten Hotels der Welt nach Zimmeranzahl sage und schreibe acht Hotels in Las Vegas (die Liste wird vom Venitian (7128 Zimmer) und dem MGM Grand (6852 Zimmer) angeführt und endet mit Platz 10, dem Bellagio (3933 Zimmer).

Bei privaten Immobilien in Las Vegas scheint der Showdown nahe – wieder einmal

Der Immobilienmarkt von Las Vegas war in den letzten 20 Jahren überaus turbulent. Fast 40 Millionen Touristen spülen mittlerweile über 33 Milliarden Dollar pro Jahr an Devisen in die Glitzermetropole. Entsprechend wuchsen Einwohner und Wohnimmobilien rasant – die Nachfrage nach Wohneigentum überstieg jahrelang das Angebot, insbesondere in den Jahren vor der großen Immobilienkrise in den USA im Jahr 2007, die Las Vegas entsprechend besonders hart traf. Die Preise gingen in den freien Fall über und brachen zwischenzeitlich um 60% ein.

Das Immobiliengesetz AB 284 in Nevada und die Folgen

Um Druck aus dem Markt zu nehmen trat in Nevada im Oktober 2011 das Gesetz AB 284 in Kraft das grundsätzlich gut gemeint war und Immobilienbesitzer von ungerechtfertigten Zwangsvollstreckungen schützen sollte. Unter anderem enthält das Gesetz einen Passus der eine korrekte Zustellung der Vollstreckungsunterlagen fordert, was aber insbesondere bei unbewohnten Immobilien bis heute nicht gesetzeskonform möglich ist.

Warum stehen über 84.000 Immobilien in Las Vegas leer?

Die Folge ist, dass mittlerweile über 84.000 leer stehende Immobilien nicht vollstreckt werden können und so dem Markt nicht zur Verfügung stehen. Gleichzeitig zahlen nach wie vor zehntausende Einwohner von Las Vegas, die zu Boomzeiten ihre Eigenheime über eine Bank finanziert haben, ihre Raten nicht, weil die darauf lastenden Kredite und Hypotheken höher sind, als das Objekt mittlerweile Wert ist (noch immer sind 59% !!! der Eigenheime von Nevada höher belastet als sie nach dem Preisverfall tatsächlich Wert sind).

Dadurch waren seit Ende 2011 Wohnimmobilien in Las Vegas plötzlich künstlich knapp und die Preise stiegen wieder rasant (27% von 2012 auf 2013).

Das Gesetz AB 284 wird reformiert

Das Gesetz scheint jetzt reformiert zu werden, insbesondere der Zustellungspassus wird wohl gestrichen. Gleichzeitig haben die Banken in ihrer Not in den letzten Jahren zehntausende Immobilien zur Vermietung an Hedgefonds verkauft, die nicht dafür bekannt sind, besonders langfristig investiert zu bleiben.

Droht eine neue Immobilienkrise in Las Vegas?

Per März 2013 waren gerade einmal ca. 3.000 Immobilien in Las Vegas auf dem Immobilienmarkt. Die Folgen, wenn in kurzer Zeit das 20-30fache auf dem Markt strömt, kann sich jeder selbst ausmalen. Zwischen Ende 2013 und Ende 2014 kann sich wahrscheinlich wieder jeder echte Las Vegas Fan sein Haus mit Pool für unter 100.000 EUR kaufen. Die Wohnungsknappheit ist jedoch nicht marktgetrieben, sondern politisch – und so auch wahrlich schwer zu prognostizieren…

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3 Antworten

  1. Joh sagt:

    Interessanter Beitrag. Wobei 100.000USD und weniger sicherlich nicht in den besseren Quarters realistisch sind.

    LG,

    Joh

  1. 7. August 2013

    […] Hotels der Welt refinanziert und betrieben werden. Ein paar Zahlen dazu hatte ich schon im Artikel über Las Vegas Immobilien geschrieben. So kommt der eine oder anderen auf die Idee sich vielleicht über eine Geldanlage in […]

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